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Detailplan von Dresden 1911, 1:5000, ©SLUB/Deutsche Fotothek

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Kirche des Erlich'schen Gestifts

Eliasstraße / Ecke Grunaer Straße am Stübelplatz (heute: Grunaer/Ecke Güntzstraße am Straßburger Platz)
mit Stübelbrunnen (rechts)


Bauzeit:           1904 - 1907

Architekten:    Karl Emil Scherz (31.8.1860 - 10.10.1945) 

Beschädigt:    13.2.1945
Gesprengt:      August 1951

Die von Karl Emil Scherz im Stil des Historismus erbaute und 1907 geweihte Ehrlichsche Gestiftskirche am Stübelplatz war der Ersatzbau für die ältere Kirche (Lazarettkirche) des Ehrlichschen Gestifts am Wettiner Platz. Sie wurde nach ihrem Stifter, dem Dresdner Kaufmann und Ratsherr Johann Georg Ehrlich (1676-1743), benannt und mußte 1897 dem Neubau der Jacobikirche weichen.


Der Kirchenbau hatte eine Klinkerfassade mit Sandsteinelementen zur Gliederung und für die Gewände. Der Grundriss bildete ein Kreuz mit kurzen Schiffen als dessen Schenkel. Über der Vierung lag der Turm mit seinem schlanken und hohen Helm.
Die Giebel der Kirchenschiffe waren mit Sandsteinstreifen in Form von senkrechten Pilastern und horizontalen Gesimsen gegliedert. Auf ihrer Traufe befanden sich gebogene Abdeckungen, die das Schweifwerk eines Volutengiebels andeuten. In den Giebelfeldern war eine filaenbekrönte Baldachinnische mit einer Skulptur untergebracht.

Runde Rosetten- und Spitzbogenfenster gaben dem Innenraum der Kirche das natürliche Licht und prägten zusammen mit Strebepfeilern an den Außenwänden die Fassade neogotisch. Eine Rundbogenkolonnade am Eingang und die Rundbogenfenster des seitlichen Treppenturmes ergänzen den architektonischen Schmuck mit neoromanischen Stilelementen. Ihr Innenraum war in einfacher Gestaltung gehalten. Im Chor hatten die Doppelbogenfenster eine Ornamentverglasung, die Szenen aus der christlichen Mythologie zeigten.

Der Altar ruhte auf einem zweistufigen Podest mit zwei seitlichen und kunstvoll gearbeiteten schmiedeeisernen Gittern. Sein Tisch wurde mit vier dunklen kleinen Säulen (zwei Säulenpaare) abgestützt. Oberhalb des Retabels stand in zentraler Position eine Plastik, die Kreuzigung Jesu darstellend. Links und rechts dieses Kreuzes befanden sich eine weibliche und männliche Figur in kniender Andachtshaltung. Trotz der Luftangriffe auf Dresden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hielt sich die Beschädigung in Grenzen; die Kirche war zwar ausgebrannt, jedoch waren nicht einmal die Gewölbe eingestürzt.

Bereits 1948 hatte das städtische Denkmalamt festgelegt, dass „bei Sprengung oder Beseitigung der Kirche“ zumindest die drei großen Figuren an den Kirchengiebeln und die Johann-Georg-Ehrlich-Tafel geborgen werden sollten. Weiterhin konnten Teile der der Innenausstattung geborgen werden: das Kruzifix und die Gedenkbüste für den Stifter Ehrlich wurden in die Nazarethkirche im Stadtteil Seidnutz gebracht und die beiden sogenannten „Stifterfiguren“ 1951 vor ihrem Eingang aufgestellt. Teile des Gestühls kamen zur Thomaskirche im Stadtteil Gruna.
Ehemalige Schüler des Gestifts leisteten ab 1945 freiwillige Aufräumarbeiten und forderten am 2. Juli 1950 in einer Entschließung die Erhaltung und den Wiederaufbau der Kirche. Im Jahr 1951 wurde jedoch wegen der hohen Kosten davon Abstand genommen und das Gebäude Mitte August 1951 gesprengt.

Quelle: Wikipedia

Ansichtskarte: Kunstverlag Rudolf Brauneis Dresden, ca. 1910