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Gesamtansicht des Zwinger-Areals mit Orangerie-Haus und Herzogin Garten

Ansichtskarte: Fliegeraufnahme der D.L.R. (Deutsche Luft-Reederei) Verlag Albert Rehfeld Dresden, ca. 1930
Schrebergärten im Fürstinnenpark

aus: Gertraud Enderlein: Dresdens Gärten und Parke, 1932

Foto: Max Nowak
Detailplan von Dresden 1911, 1:5000, ©SLUB/Deutsche Fotothek

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Königl. Orangerie-Haus

An der Herzogin Garten / Ostra-Allee

Baujahr:     1841
Architekt:   Otto von Wolframsdorf (1803 -  1849)
zerstört:     Februar 1945

Um 1591 ließ Kurfürst Christian I. in direkter Nachbarschaft des alten Vorwerks einen Lustgarten für seine Frau Sophie von Brandenburg anlegen. Von dieser Herzogin von Sachsen leitet sich der Name des Gartens ab. Er blieb in der Folgezeit im Besitz der Wettiner.

Unter Kurfürst August dem Starken verlegte man wenige Jahrzehnte später die Orangerie aus dem  Zwinger in der Herzogin Garten. Diese kurfürstliche Sammlung seltener südlicher Gewächse wurde im Laufe der Jahre beträchtlich vergrößert. Johann Heinrich Seidel, seit 1771 Adjukt (Gehilfe) an der Herzogin Garten, seit 1778 Kurfürstlich-Sächsischer und später königlicher Hofgärtner  beherbergte 1806 hier etwa 4300 Pflanzenarten- und Sorten. Dabei handelte es sich um eine der damals größten Sammlungen dieser Art überhaupt. Unter anderem diese Tatsache verhalf dem Dresdner Gartenbau in dieser Zeit zu Weltruhm. Bis ins 19. Jahrhundert befanden sich in der Herzogin Garten Gewächshäuser, die der Anzucht und Pflege höfischer Zierpflanzen dienten.

Im Jahr 1841 errichtete man unter der Leitung des Architekten Otto von Wolframsdorf ein neuesNeorenaisance-Orangeriegebäude aus Sandstein. Wolframsdorf war parallel zu Gottfried Semper königlicher Hofbaumeister und fertigte einige interessante Gegenentwürfe zu dessen Arbeiten an. Im Fall von der Herzogin Garten setzte er sich gegen Semper durch, der im Rahmen seines Forumsplans von 1837 ebenfalls eine Orangerie am Zwinger erdacht hatte. Das im Stil der italienischen Frührenaisance ausgeführte Wolframsdorfsche Orangeriegebäude war 114 m lang, 15 m breit und 8 m hoch. Es hatte 22 hohe Stichbogenfenster auf seiner dem Garten zugewandtenSüdostseite und eine reich gegliederte Fassade, die mit Marmorinkrustationen akzentuiert war. Genutzt wurde das Gebäude auch zur Überwinterung der wärmeliebende Zierbäume des Zwingers. Die Fläche des Gartens, der ursprünglich in stadtauswärtiger Richtung wesentlich weiter reichte, wurde währenddessen aus städtebaulichen Gründen immer weiter eingeschränkt.

Das Museum für Tierkunde und Völkerkunde, damals auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Zwinger untergebracht, erhielt im Jahre 1920 zusätzliche Depot- und Sonderausstellungsräume im Orangeriegebäude in der Herzogin Garten. Als die gesamte Gartenanlage und mit ihr auch das Orangeriegebäude bei den anglo-amerikanischen Luftangriffen im Februar 1945 zerstört wurden, gingen dem Museum auch bedeutende Großobjekte verloren. Das Gelände verwahrloste im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg, da ein Wiederaufbau nicht vorgesehen war. Die Wettiner wurden nach Kriegsende kurzerhand enteignet, erhielten den Besitz in den 1990er Jahren aber wieder zurück. Da während der DDR-Zeit Namen, die an die Monarchie erinnerten, nicht mit dem politischen System vereinbar waren, hießen das Gelände damals vorübergehend Ostragarten und die benachbarte Straße entsprechend Am Ostragarten.


Quelle: Wikipedia


Abbildung: Kupferstich (del. et sc.: gezeichnet und gestochen) von Johann Ludwig Schütze (1807 - um 1848)