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Ansichtskarte: Kunstverlag Max Köhler, Dresden 1913
Ansichtskarte: Kunstverlag Alfred Hartmann, Dresden gel. 1912
Ansichtskarte: Kunstverlag Alfred Hartmann, Dresden gel. 1910
Kartenausschnitt Verlag C.C. Meinhold & Söhne Dresden, 1:15.000, 1914  ©verschwundene-bauwerke.de

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Aussichtsturm

auf dem Wolfshügel im König Albert-Park / Dresdner Heide

Baujahr:     1886/1911
Architekt:   Hans Erlwein (13.6.1872 - 9.10.1914)
zerstört:     Mai 1945


Im Jahr 1880 regte die Ortsgruppe des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz den Bau eines Aussichtsgerüstes auf dem Wolfshügel an. Nach einigen Verzögerungen konnte 1886 mit dem Bau eines solchen Gerüstes begonnen werden, welches allerdings nur eine Höhe von 4,30 m aufwies, die Baukosten für das hölzerne Gerüst betrugen 285,55 Mark. Am 30. Mai 1886 konnte dieses dann eröffnet werden und erfreute sich rasch großer Beliebtheit, da es einen weiten Ausblick über die damals noch vorhandene Heidelandschaft und den bald darauf entstehenden König-Albert-Park bot. Bereits 1897 wurde eine Instandsetzung des Aussichtsgerüstes notwendig, aufgrund des hölzernen Baumaterials wurde es auch Anfang des 20. Jahrhunderts bald wieder reparaturbedürftig.

Somit entschied der Rat der Stadt Dresden im Jahr 1911 den Bau eines massiven Aussichtsturms aus Eisenbeton, welcher beständiger und auch deutlich höher als das bisherige Gerüst sein sollte. Die Leitung dafür übernahm Stadtbaurat Professor Hans Erlwein, die Formensprache des Aussichtsturms auf dem Wolfshügel war ähnlich der des Artesischen Brunnens am Albertplatz in Dresden, welchen auch Erlwein entwarf. So wurde noch im Jahr 1911 durch die Firma "Actien-Gesellschaft für Beton- und Monierbau, Abteilung Dresden" ein 25 m hoher Turm aus "Eisenbeton" (vergleichbar dem heute als Stahlbeton bekannten Baustoff) errichtet. Es war seinerzeit noch ein vergleichsweise neues Baumaterial und wurde für viele Erlwein-Bauwerke verwendet. Die Baustelle mitten im Wald war eine besondere Herausforderung, da man die Baustoffe auf den Wolfshügel befördern mußte. Zu diesem Zweck wurde eine 450 m lange Feldbahn angelegt, auf welcher das Material mittels Pferden transportiert wurde.

Der heute noch vorhandene achteckige Unterbau steht auf einem Fundament aus Stampfbeton und ist damit teilweise in nur 80 cm Tiefe direkt auf den Fels gegründet. Das Sockelbauwerk hat vier große bogenförmige Zugänge und diente vorwiegend als Lagerraum, außen hat das Bauwerk zwei freiliegende Treppenaufgänge. Auf dem Unterbau befand sich dann eigentliche Turm, welche heute nicht mehr existiert. Dieser hatte zwei ineinander liegende freitragende Wendeltreppen sowie 14 mächtige durchlaufende Halbsäulen an der Außenseite. Über dem 12 m hohen Aufstiegsturm befindet sich die eigentliche Aussichtplattform, welche auf zwölf Säulen die kupfergedeckte Kuppel des Turms trug. Als Material für den Aussichtsturm kam fast ausschließlich Eisenbeton zum Einsatz, dieser trug eine Muschelkalkverkleidung und wurde ohne Gipsformen nur in Holznegativen ausgeführt. Die Baukosten für den neuen Wolfshügelturm beliefen sich im Jahr 1911 auf 42.000 Mark.

Der neue Aussichtsturm auf dem Wolfshügel war in den folgenden Jahren und Jahrzehnten, wie bereits sein Vorgänger, ein sehr beliebtes Ausflugsziel, da man von dort eine hervorragende Sicht auf Dresden genießen konnte. Durch die Nähe zur Stadt (nur 5 km Luftlinie bis zum Rathaus) war diese auch besser als von weiter entfernten Aussichtspunkten. Auch gab es am Fuße des Wolfshügelturms einen Vorplatz mit Ausschank für Wanderer, was die Attraktivität des Aussichtspunktes weiter erhöhte. Aufgrund der guten Erreichbarkeit aus allen Himmelsrichtungen, dem guten Ausblick und der Lage im neu angelegten König-Albert-Park in der Dresdner Heide blieb auch der Nachfolger des Aussichtsgerüstes nicht nur für Bewohner des Stadtteils Weißen Hirsch sondern für alle Dresdner ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Turm von den Nationalsozialisten in Beschlag genommen und wohl auch militärisch genutzt. Auf einem Luftbild der britischen Streitkräfte vom 16. März 1945 ist der Turm zu erkennen und unbeschädigt. Um aber nicht den heranrückenden sowjetischen Truppen als Beobachtungspunkt dienen zu können, wurde der Turm am 7. Mai 1945 durch die Wehrmacht gesprengt. Erst am darauffolgenden Tag, am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, marschierte die Rote Armee in Dresden ein.



Quelle: www.wolfshuegelturm.de

Ansichtskarte: Gebrüder Junghans, Dresden, gel. 1912

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